Hoffnung für Baboua: Die Wiederbelebung einer Partnerschaft

„Wir fühlen uns verlassen.“

Dieser Satz, den wir von unseren Partnern in Baboua, Zentralafrikanische Republik, so oft gehört haben, hallt nach. Es ist ein Satz, der ins Herz trifft. Er fasst die tiefe Isolation und die stille Not in einem Land zusammen, das von Krisen geschüttelt und von der Weltöffentlichkeit weitgehend vergessen wurde. Es ist ein Gefühl der Vergessenheit, das schlimmer sein kann als die materielle Not – das Gefühl, dass sich niemand mehr dafür interessiert, ob man überlebt, ob man hofft, ob man ist.

Genau deshalb war unsere Reise am Freitag, den 17. Oktober so viel mehr als nur ein Termin. Helmut und ich waren in Rehden, eingeladen vom „Freundeskreis der Bibelschule in Baboua“. Die Frage, die schwer im Raum hing, war nicht nur, ob man eine eingeschlafene Partnerschaft wiederbeleben kann, sondern wie wir diese lähmende Stille durchbrechen können.

Wie können wir ein lebendiges, tragfähiges Band der Solidarität und Freundschaft erneuern, nach dem sich unsere Gesprächspartner in Baboua so verzweifelt sehnen?

Silvia Grimmsmann bei der Präsentation des Vortrags in Rehden, 17. Oktober.

Ein Abend voller Aufbruchsstimmung

Was wir in Rehden erlebten, war zutiefst ermutigend. Es war nicht nur ein höfliches Treffen; es war ein Hauch von echter Aufbruchsstimmung. Man spürte im Raum den kollektiven Willen, die Dinge nicht einfach so weiterlaufen zu lassen, nicht länger tatenlos zuzusehen.

Besonders bedeutsam: Das ELM (Evangelisches-Lutherisches Missionswerk) war nicht nur anwesend, sondern brachte konkrete, hoffnungsvolle Pläne mit, die uns das Herz höherschlagen ließen.

Hier sind die zwei entscheidenden Punkte, die diesen Abend zu einem Wendepunkt machen könnten:

1. Ein starkes Signal der Begegnung Das ELM will nicht nur Geld schicken. Sie wollen Menschen zusammenbringen. Der Plan: Im Mai 2026 sollen vier Gäste aus der Zentralafrikanischen Republik nach Deutschland eingeladen werden. Doch es wird noch besser: Das Programm soll nicht einfach „von oben herab“ diktiert werden. Es soll GEMEINSAM gestaltet werden – von Rehden, den Partnern aus Zentralafrika und uns. Man will uns sogar die Wahl eines Gastes überlassen. Das ist Wertschätzung. Das ist Begegnung auf Augenhöhe.

Der Clou – oder sollten wir sagen: ein Zeichen der Vorsehung? Der geplante Zeitpunkt für diesen Besuch stimmt exakt mit unserem Afrika Tag überein! Das ist kein Zufall. Das ist eine Steilvorlage, eine riesige Chance, dieser Partnerschaft eine Bühne und eine laute, unüberhörbare Stimme zu geben.

2. Die Mauer der Unmöglichkeit durchbrechen Der zweite, ebenso wichtige Punkt des Abends: Unsere Anwesenheit und unsere Berichte haben etwas Greifbares vermittelt. Die Zuhörer haben gesehen und gespürt: Es ist möglich, in die ZAR zu fahren.

Die mentale Barriere, die viele im Kopf haben – „Da kann man ja sowieso nicht hin“, „Zu gefährlich“, „Bringt ja nichts“ – hat Risse bekommen. Ja, es ist komplex. Ja, es erfordert Mut und Vorbereitung. Aber es ist nicht unmöglich. Unsere Reise war der lebende Beweis dafür, dass Präsenz vor Ort den Unterschied macht.

Helmut Grimmsmann über seine Verbindung mit diesem Herzensland.

Unsere Mission ist klar

Wofür das alles? Für den lebendigen, gegenseitigen Austausch. Dafür, dass die Theologiestudierenden in Baboua nicht nur alte Bücher wälzen, sondern spüren, dass sie Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind.

Dieser Abend in Rehden war vielleicht der erste laute Hammerschlag gegen die Mauer der Isolation.

Unsere Mission ist klar: Wir müssen dieser Stille ein Ende setzen. Wir müssen handeln, damit dieser schreckliche Satz – „Wir fühlen uns verlassen“ – bald der Vergangenheit angehört und durch ein kraftvolles „Wir sind verbunden“ ersetzt wird.

Der Anfang ist gemacht. Und er fühlt sich unglaublich hoffnungsvoll an.

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